Dialogos

…vom Abschiednehmen

Paarbeziehungen erfordern zweierlei: zum einen die Bereitschaft jedes Partners, sich selbst weiter entwickeln zu wollen. Damit meine ich nicht, einen besseren Job, ein neues Outfit oder eine super-neue Sportart für sich entdecken zu wollen. Eher dasjenige als veränderungs – und entwicklungswürdig anzuerkennen, als Notwendigkeit zu erleben, was ich selbst als Eigenart, Eigenschaft, Verhaltens – und Fühlensmuster wahrnehme und – womit ich unzufrieden bin oder was ich gar belastend empfinde. Motive hierfür können sein:

>die identifizierten Muster zum Beispiel hindern mich an Lebensfreude

>die negativen Auswirkungen von erlebten und gelebten emotionalen Reaktionen führen immer wieder in die gleiche „Sackgasse“, wie z.B. Selbstabwertung und Geringschätzung der eigenen Person

>ich weiß, dass ich ohne die als unbedingt notwendig erachtete Veränderung meines „Selbst“ immer wieder Frustration, emotionales Chaos und vor allem Stillstand erfahre.

Die zweite Erfordernis ist, dass der Partner/in für sich selbst dies auch möchte, auch aus ureigensten Motiven heraus und auf jeden Fall nicht, um dem Partner zu gefallen, oder durch Anpassung an diesen den Fortbestand der Beziehung sichern zu wollen.

Sich gegenseitig dann „Spiegel“ zu sein, sich gegenseitig zu „triggern“, sich aneinander zu reiben, sich zu streiten, zu ringen, ist dabei nicht nur n i c h t vermeidbar, sondern liegt in der Natur des Menschseins. Wenn ich ernst nehme, dass man als Paar – egal ob hetero – oder homosexuell – sicher eine gemeinsame „Schnittmenge“ bilden sollte, aber gleichzeitig die absolute Individualität mit all ihren Facetten respektiert und anerkannt sein möchte, dann meint Partnerschaft auch, den Partner darin zu unterstützen, die beste Version von sich selbst werden zu können

Die Angst vor Veränderung….

Diese Individualitäten prallen solange in Streit – oftmals um Kleinigkeiten (sog. „Stellvertretergefechte“) – aufeinander, wie aus der Egoität statt der eigenen Veränderungsbereitschaft heraus, der scheinbar bequemere Weg „Verändere-Du-Dich-dann-gehts-mir-besser“ gewählt wird. Dabei wird dann nicht mehr aus dem eigenen, reflektierten Erleben gesprochen, sondern mit dem Zeigefinger auf das Du gewiesen, werden Vorhaltungen gemacht, die oft genug mit deutlichem Ärger oder gar Wut vorgetragen werden.

Von Liebe ist da schon lange nicht mehr die Rede – es regiert die Angst, z.B. davor, sich nun – nach Ende der Verliebtheitsphase – wirklich einzulassen auf eine Verbindung, in der ich mir keinen „Notausgang“ insgeheim mehr offen halte, um „aussteigen“ zu können, wenn es mir „zu eng“ wird – mit mir selbst.

Es gibt dazu ein kleines, aber doch bedeutsames Merkmal: wie oft sprechen sich die Partner eigentlich mit ihren Vornamen an, verwenden sie Kosewörter, oder bleibts beim unverbindlichen DU oder auch mal Schatz?

Der Ursprung dieser Angst liegt ganz individuell in den Tiefen des eigenen Lebensganges, auch wenn die Psychologie heute vor allem ängstliche oder vermeidende Bindungstypen erkannt haben will. Auch dieser Angst kann man in einer Paarbeziehung begegnen, indem man miteinander spricht, sein Erleben, das eigene Bangen thematisiert, die frühen Assoziationen artikuliert („das erinnert mich an Vater, Mutter, Bruder…“).

Verweigert ein Partner diese Bereitschaft, sich mit den eigenen, oftmals sehr unangenehm erlebten „Kanten und Ecken“ auseinanderzusetzen, formuliert gar, sich „nicht mehr frei zu fühlen“ oder „eingeengt“, plötzlich dann doch lieber alleine und ohne Partnerschaft leben zu wollen, endet der gemeinsame Weg.

In einem tieferen Verständnis hat jede Begegnung mit einem Menschen einen SINN, erfolgt keinesfalls zufällig, wirft idealerweise alte und neue Fragen auf, manchmal auch Wunden, von denen man glaubte, dass sie längst verheilt seien und kann – sofern ich dazu bereit bin – zu neuen Ufern führen…

in der online DIALOGOS-Lebensberatung unterstütze ich Dich gerne darin….

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